Was macht Schwangerschaftsmassage besonders?

 

1. Vorwort
2. Schwangerschaftsmassage - "Eine Definition
3. Schwangerschaftsmassage - "Zuwendung ist die Grundlage"
4. Schwangerschaftsmassage - "Massage von Mutter und Kind"

4.1 Die physiologische Ebene
4.2 Die Ebene der Sinne
4.3 Die tiefenpsychologische Ebene

 

1) Vorwort

Auf fast allen Seiten im Internet, die sich in irgendeiner Weise mit Schwangerschaftsmassage beschäftigen, findet man immer wieder die gleichen Informationen in Bezug auf die positiven Effekte einer Massage in der Schwangerschaft. Und wenn ich hier schreibe „positive Effekte“, dann ist dies immer und ausschließlich auf die Mutter bezogen. Das Kind wird in gemeinhin „ausgeblendet“. Man bringt es in der Regel auf die einfache Formel, „was der Mutter gut tut, tut auch dem Kind gut.“ In diesem Artikel soll es daher darum gehen den besonderen Charakter einer Schwangerschaftsmassage zu beleuchten, was natürlich eng mit der Frage verknüpft ist, wie diese auf das Ungeborene wirkt, oder wirken könnte.

Da ich mich ganz dem Thema Schwangerschaft und Schwangerschaftsmassage verschrieben habe, war es mein Anliegen hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Mit ein Grund für das Fehlen von Informationen über die Wirkung von Massage auf das Ungeborene mag immer noch die Tatsache sein,

dass wir allzu sehr in einem mechanistisch-materialistischen Menschenbild gefangen sind, in dem das vorgeburtliche Leben oftmals als Nicht-Mensch-Sein definiert wird.“ (Marianne Krüll, „Die Geburt ist nicht der Anfang“, Klett-Cotta Verlag Stuttgart, 1989/2009, S. 16).

Die Suche nach einer Antwort auf die Frage, ob der ungeborene Mensch etwas von der Massage „spürt“, führte mich geradewegs in das Feld der Pränatalpsychologie1), als deren bekannteste Vertreter Dr. Ludwig Janus, Dr. Thomas Verny und Dr. David B. Chamberlain sind.

Ich möchte allerdings nicht zu sehr vorgreifen, deshalb der Reihe nach:

 

2) Schwangerschaftsmassage – Eine Definition
Betrachtet man es rein „technisch“ so ist Schwangerschaftsmassage eine auf die Bedürfnisse einer Schwangeren, sowie die anatomischen und physiologischen Besonderheiten in der Schwanger- schaft, adaptierte „normale“ Massage. Dies umfasst die Lagerung des Körpers, die angewandten Grifftechniken, die besonderen Kontraindikationen, Risikoschwangerschaften, hormonelle Veränderungen und vieles mehr. All das macht eine Massage letztlich zu einer Schwangerschaftsmassage.

3) Schwangerschaftsmassage ist mehr - Zuwendung ist die Grundlage

Als ich vor einigen Jahren begann mich mit Schwangerschaft und Schwangerschaftsmassage zu beschäftigen, gab es in Deutschland kaum ein Angebot für den Personenkreis der Schwangeren. Da mich dieses Thema aber sehr interessierte, begann ich nach entsprechender Literatur und Ausbildungsmöglichkeiten zu recherchieren. Es dauerte dann noch fast 11/2 Jahre an Vorbereitung bis ich wirklich mit der Schwangerschaftsmassage beginnen konnte, da keinerlei deutschsprachige Lektüre für dieses Fachgebiet existierte (und bis heute existiert). Je tiefer ich in die Materie vordrang, desto mehr merkte ich allerdings, dass die Schwangerschaftsmassage viel mehr war als nur eine gewöhnliche Massage:

Viele der Frauen, die mich aufsuchen, stehen den ganzen Tag beruflich unter Stress und Leistungsdruck oder haben bereits Familie und müssen Kinder versorgen, sich um den Haushalt kümmern oder müssen gar Familie mit Kindern und Beruf unter einen Hut bringen. Und zwar meist bis zum Mutterschutz in der 34. Schwangerschaftswoche. Vermutlich sind sie tagsüber von einem Termin zum nächsten gehetzt, von einem Meeting ins nächste. Haben Projekte gemanagt und Verantwortung getragen, teilweise 10 Stunden und mehr am Tag, auch dann noch, wenn sie hochschwanger sind. Und oftmals wird Ihnen weder von ihren Vorgesetzten noch ihren Kollegen Verständnis entgegengebracht, wenn sie einmal nicht das zu leisten im Stande sind, was man normalerweise von ihnen gewohnt ist. Und so ganz „nebenbei“ bringt ihr Körper noch ein komplexes, neues Leben hervor, bestehend aus Milliarden von Zellen. Oftmals ist dann der Termin zur Schwangerschaftsmassage der letzte den sie an einem dieser ereignisreichen Tage wahrnehmen.

Die Schwangerschaftsmassage beginnt bei mir bereits mit dem Gespräch, welches ich zuvor mit meinen Klientinnen führe. Das Gespräch ist für mich integraler Bestandteil der Massage, also untrennbar mit ihr verbunden. Man könnte sagen, es ist das „Intro“ der Massage. Und hierfür nehme ich mir ausgiebig Zeit. Es gilt bei diesem Gespräch nicht nur die Anamnese abzuklären und Informationen an die Hand zu geben. Es gibt der Schwangeren vor allem die Möglichkeit wirklich bei mir in der Praxis anzukommen und den Alltag hinter sich zu lassen. Diese Art von Gespräch nennt Carole Osborne, eine der Pionierinnen in Sachen Schwangerschaftsmassage, „attentive, nonjudgmental listening“! (Carol Osborne, Pre- and Perinatal Massage Therapy, A Comprehensive Guide to Prenatal, Labor, and Postpartum Practice, 2nd Edition 2012, Lippincott Williams & Wilkins, S. 5)

Die Eindrücke, die ich während dieses Gesprächs bekomme, fließen quasi mit in die Massage ein. Es hilft mir, mich auf die Klientin zu fokussieren, ganz aufmerksam zu sein, die Spannung der Haut zu vernehmen, den Tonus der Muskulatur. Zu registrieren, wie sich bereits nach kurzer Zeit die Atmung verändert. Im amerikanischen gibt es eine treffende Bezeichnung hierfür: “Listening with the hands“. Egal in welchem psychischen und/oder physischen Zustand die Schwangere meine Praxis betritt, nach 10 – 15 Minuten Massage wird die Atmung langsam und tief, ein Zustand absoluter Entspannung stellt sich ein. Man merkt hier bereits deutlich, dass die Schwangerschaftsmassage einen sehr starken ganzheitlichen Charakter hat. Sie wirkt auf Psyche und Physis gleichermaßen.

Deshalb spielt der Begriff Achtsamkeit2) auch für mich bei der Schwangerschaftsmassage eine ganz wesentliche Rolle, viel mehr noch, als bei einer „normalen“ Massage. Die Massage in der Schwangerschaft lässt sich nämlich nicht auf die Abfolge von Massagegriffen und Techniken reduzieren. Sie ist weit mehr als das. Sich als Therapeut bewusst zu sein, was man gerade tut, absolut fokussiert auf die Person und den Moment; denn man sollte niemals außer Acht lassen,, dass man im Grunde genommen 2 Menschen massiert, nämlich Mutter und Kind!

4) Schwangerschaftsmassage = Massage von Mutter und Kind

Man mag sich natürlich fragen, was bekommt das Kind (der Fötus) überhaupt von so einer Massage mit? Und haben die auf das Ungeborene einwirkenden Reize überhaupt eine Bedeutung? Wie ich bereits in der Einleitung erwähnte, liegt der Grund hierfür hauptsächlich in einer gewissen Art von Menschenbild, welches bei uns immer noch vorherrscht. Man kann sich schlichtweg nicht vorstellen, dass der Fötus ein fühlendes Wesen ist, dass bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung, lange bevor der Cortex3) gebildet wird, den wir als Voraussetzung für das Bewusstsein ansehen, Sinneseindrücke aufnimmt, geschweige denn sie speichert. Die bereits genannte Soziologin Marinne Krüll schreibt denn auch in ihrem bereits erwähnten Buch:

Das Ungeborene ist in der Tat mit all seinen Sinnen aufnahme- und lernfähig, und die Fortentwicklung unserer Sinnesorgane und des Nervensystems geschieht in einem Austausch mit den Sinnesreizen, die wir aufnehmen. Wir wären nicht am Leben, wenn es keine Anreize geben würde. Und dass die Grundlagen für alle späteren Leistungen eines Menschen bereits während der embryonalen Frühentwicklung angelegt werden. (Marianne Krüll, „Die Geburt ist nicht der Anfang“, Klett-Cotta Verlag Stuttgart,1989/2009, S. 80 u. 14 )

Und Dr. Thomas Verny, Psychiater und ehemals an der Harvard University tätig, äußert sich folgendermaßen:

Das Ungeborene verfügt über Bewusstsein und Wahrnehmung, auch wenn sein Bewusstsein noch nicht so tief und komplex ist wie das eines Erwachsenen.“ (Dr. Thomas Verny, „Das Seelenleben des Ungeborenen, Frankfurt am Main, Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, 1981, S. 14 – Titel der Originalausgabe „The secret Life of the Unborn Child. “)

Folglich sollte auch eine Massage der Mutter nicht spurlos am ungeborenen Kind vorübergehen. Bezieht man die Erkenntnisse aus der Pränatalpsychologie nun in die Betrachtung mit ein, so drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass die Schwangerschaftsmassage auf 3 Ebenen auf den Fötus einwirken kann. Ich habe diesbezüglich Dr. Verny in einer Email um eine Stellungnahme gebeten, Sie finden diese im Anhang4):

4.1 Die physiologische Ebene (biochemisch)

4.2 Die Ebene der Sinne

4.3 Die tiefenpsychologischer Ebene

Es ist also zu unterscheiden zwischen einem rein physiologischen (biochemischem) und einem psychischen Effekt5) der Massage auf den Fötus, wobei das Erstere die wesentlich leichter zu beantwortende Frage ist.:

4.1 Die physiologische Ebene (biochemisch)

Der Fötus ist über Nabelschnur und der Plazenta mit der Mutter verbunden. Diese trennt den mütterlichen vom fötalen Blutkreislauf ab. Die Plazenta, ein aus embryonalem und mütterlichem Gewebe entstandenes, transientes6) Organ, versorgt den Feten mit Nährstoffen, transportiert Exkretionsprodukte ab und sorgt für den Gasaustausch. Sie hat dabei aber auch die Funktion eines Filters (Plazentaschranke) und verhindert so, dass manche Stoffe vom mütterlichen auf den fetalen Blutkreislauf übergehen.

Übermäßiger Stress der Mutter führt nun zu fortwährender Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol, welches teilweise auch über den Blutkreislauf auf den Fötus übergehen kann. Ein ständig erhöhter Cortisolspiegel kann dabei erhebliche Nachteile für die Entwicklung des Kindes mit sich bringen. Eine Störung der Hirnentwicklung, eine erhöhte Stressempfindlichkeit im späteren Leben, sowie Verhaltensauffälligkeiten und Prädisposition für depressive Erkrankungen7) sind denkbar. In vielen Studien8.9,10) konnte gezeigt werden, dass Massage eine Stress und Angst mindernde Wirkung hat und dass es den Cortisolspiegel zu senken im Stande ist. Mit der Massage während der Schwangerschaft ist es also daher möglich, den Cortisolspiegel der Mutter positiv zu beeinflussen, und somit eine übermäßige Belastung des Fötus mit diesem Stresshormon zu verhindern.

4.2 Die Ebene der Sinne:

Schon lange vor der vollen Funktionsfähigkeit des Cortex, also ab ca. der 24. Schwangerschafts-woche entwickeln sich die einzelnen Sinne des Ungeborenen. Nach 8 Wochen, also dem Abschluß der embryonalen Phase ist die körperliche Entwicklung nahezu abgeschlossen. Danach entwickeln sich nach und nach die Sinnesorgane und das Nervensystem in ihrer ganzen Komplexität, allen voran der Tastsinn. Die ersten Sinneseindrücke dürfte ein Fötus über die Haut (im Gesicht), bereits nach ca. 51/2 Wochen 11), und über das Ohr, ab dem 5. Monat, haben. Diese frühen Sinneseindrücke sind nach Meinung vieler Psychologen, lange bevor unser Gehirn entsteht, in Form von Mustern in einer Art Körpererinnerung gespeichert, die einen starken Einfluss auf unser späteres (postnatales) Leben haben. Über diese Sinnesorgane nimmt der Fötus den Herzschlag der Mutter in Form von Vibrationen und Schallwellen wahr. Die Soziologin Marianne Krüll schreibt dazu in ihrem Buch, „Die Geburt ist nicht der Anfang“:

Die Herztöne der Mutter waren für uns eine permanente klangliche Begleitung, deren Wechsel von schnellen zu langsamen Rhytmen uns direkt mit ihren Aktivitäten und Stimmungen in Verbindung setzte.“(Marianne Krüll, „Die Geburt ist nicht der Anfang“, Klett-Cotta Verlag Stuttgart, 1989/2009, S. 101)

Es liegt die Vermutung nahe, dass der Fötus somit in der Lage ist anhand des Herzschlages zu „erkennen“, in welchem Gemütszustand sich die Mutter befindet. Beschleunigt sich nun durch Stress der Herzschlag der Mutter, so wird sich auch der Herzschlag des Kindes steigern. Man hat nämlich vor einigen Jahren festgestellt, dass das Herz des Fötus versucht sich dem Rhythmus des Herzens der Mutter anzupassen12). Es erfolgt eine Art Synchronisation beider Herzen. Da in unzähligen Studien der positive Effekt von Massage auf den Herzrythmus und den Puls belegt wurde, hat demnach die Schwangerschaftsmassage das Potenzial, über die Regulierung des mütterlichen Herzschlages, sich ebenso positiv auf die Frequenz des fetalen Herzens auszuwirken.

4.3 Die tiefenpsychologische Ebene

Das Bonding, also die Bindung zwischen Mutter und Kind, ist nichts was nach der Geburt beginnt und sich dann entwickelt. Es ist ein Prozess, der lange vor der Geburt in der pränatalen Phase seinen Ursprung hat. Grundlage hierfür ist eine Kommunikation zwischen Mutter und Kind die auf einer tiefenpsychologischen Ebene abläuft. Dabei teilen Mutter und Kind Gedanken und Emotionen miteinander. Die Sinneseindrücke, die das Ungeborene dabei erfährt, werden als Muster in Form einer Körpererinnerung gespeichert und prägen, wie bereits erwähnt, sehr wesentlich den Rest unseres (postnatalen) Lebens. Dies sind die gesicherten Erkenntnisse der pränatalen Forschung der letzten 30 Jahre.

Und gerade hier kann die Schwangerschaftsmassage enormes leisten. Denn sie ruft bei der Mutter äußerst positive Gefühle hervor, die der Pränatalpsychologie zufolge, auf das Ungeborene übertragen werden. Dieses hat also somit auch Anteil am positiven Gefühlszustand der Mutter. Es handelt sich dabei um Gefühle wie Geborgenheit, Entspannung, Ausgeglichenheit und Sicherheit. Ich erlebe dies bei jeder meiner Massagen. Bereits nach einigen Minuten befinden sich die Schwangeren in einem Zustand emotionaler Losgelöstheit. Emotionen wie Stress, Angst, Beklommenheit, Unsicherheit sind zumindest für diese Augenblicke nicht mehr existent.

Aber nicht nur das; denn Thomas Verny berichtet in seinem Buch, „The secret Life of the unborn Child“, von einer Untersuchung die einst von Wissenschaftlern durchgeführt wurde:

Diese wollten wissen, wie oft schwangere Frauen in den ersten sechs Monaten aktiv an ihr ungeborenes Kind dachten. Eigentlich sollte man annehmen, dass an das Kind zu denken doch selbstverständlich wäre. Die Untersuchung ergab allerdings, dass von den ca. 500 untersuchten Schwangeren in den ersten sechs Monaten ungefähr ein Drittel nicht an das Ungeborene dachten. Sie beschäftigten sich vielmehr mit ihrem Mann, ihrer Arbeit, ihrem Auto, ihrer Kleidung etc. Aber an ihr Kind dachten sie so gut wie nie. Dabei ist es absolut wichtig aktiv an das Kind zu denken, es ist essentiell für seine Entwicklung. Auch wenn seine emotionalen und geistigen Bedürfnisse einfacher sind, als die unsrigen, so sind sie doch da. Und diese Art der Zuwendung ist für das Kind von grundlegender Bedeutung. Es gibt ihm das Gefühl angenommen zu sein.“

(Dr. Thomas Verny, „Das Seelenleben des Ungeborenen, Frankfurt am Main, Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, S. 20 – Titel der Originalausgabe „The secret Life of the Unborn Child. “)

Als ich dies las, dachte ich sofort, an den Artikel, „Touching Lives“, von „Keri Redding“, einer amerikanischen Kollegin in Schwangerschaftsmassage. Sie hat in dieser Veröffentlichung ihre Sichtweise und ihre Gedanken zur Schwangerschaftsmassage niedergeschrieben. Als sie einmal ihre Klientinnen nach deren Erfahrung bezüglich Massage in der Schwangerschaft fragte, bekam sie zur Antwort:

One client described experiencing „an incredible bonding feeling with my unborn baby“, ...Yet another said, „after a massage, I would slow down and remember to enjoy being pregnant.“

(Keri Redding, Artikel erschienen in Midwifery Today, Ausgabe 52, 1999)

Massage während der Schwangerschaft ist also möglicherweise auch in der Lage in einem positiven Sinne auf das Bonding zwischen Mutter und Kind einzuwirken.

Ich möchte diesen Artikel mit einem weiteren Zitat von Carole Osborne schließen: „A massage therapist provides not just soothing, nurturing touch; she/he also brings focused, individualized attention to her/his clients concerns. This regular, caring contact can be a vital component of a pregnant woman‘s support system“.

(Carol Osborne, Pre- and Perinatal Massage Therapy, A Comprehensive Guide to Prenatal, Labor, and Postpartum Practice, 2nd Edition 2012, Lippincott Williams & Wilkins, S. 5)

Alexander Schinke

Quellen:

 1)

Pränatalpsychologie - Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pränatalpsychologie

Der Gegenstand der Pränatalpsychologie besteht in der Beschreibung und Erklärung von Erleben und Verhalten in der pränatalen Zeit und die ihre Auswirkungen auf das postnatale Leben. Eine verbreitete Annahme zur Pränatalzeit war die, dass der Fötus von Außenreizen praktisch vollständig abgeschirmt sei. Daher würden sich Wahrnehmung und Bewusstsein erst nach der Geburt entwickeln. Mittlerweile liegen allerdings empirische Befunde vor, die zeigen, dass Verhalten und vermutlich auch Erleben bereits pränatal entstehen

2)

Achtsamkeit im Sinne des Buddhismus und der Psychologie:

Achtsamkeit (engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseins­zustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden (im weitesten Sinne). Nach Kabat-Zinn ist Achtsamkeit eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die

  • absichtsvoll ist,

  • sich auf den gegenwärtigen Moment bezieht (statt auf die Vergangenheit oder die Zukunft), und

  • nicht wertend ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(mindfulness)

https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(care)

3)

Cortex – DocCheckFlexikon, http://flexikon.doccheck.com/de/Cortex_cerebri

Genauer gesagt der „Cortex cerebri“, die Großhirnrinde, ist die jüngste und am weitesten entwickelte Hirnregion. Sie dient höheren Funktionen, wie den Sinneswahrnehmungen, dem Bewußtsein, komplexem Denken, der Persönlichkeit und vielem mehr.

4)

Als ich mich mit der Thematik der Pränatalen Psychologie befasste und das Buch von Dr. Verny (ehemals Prof. an der Harvard Universität) las, drängten sich mir die unter 2) bzw. 3) dargelegten Schlussfolgerungen auf. Deshalb teilte ich Dr. Verny meine Gedanken in einer Email mit, mit der Bitte um eine Stellungnahme. Hier Auszüge aus meiner Mail und die Antwort von Dr. Verny:

Email an Dr. Verny:
...For me pregnancy massage is one component of a new birth culture with more steering towards nurturing the mother and the fetus and in this manner to create a better welcome atmosphere for the newborn.

It is well known, that massage has a positive effect to the heartrate (of the mother), so in my opinion prenatal massage should consequently have a positive effect to the unborn as well.
Furthermore your book tells about the existence of a deep communication between the mother and the fetus, a kind of sharing emotions. Means that good and bad feelings from the mother are transmitted to the baby. Since prenatal massage has a decreasing influence onto fear, anxiousness and depressed feelings it should influence the fetus in a positive way on this level as well.

Antwort von Dr. Verny:
I totally agree with all the points you raise. With best regards, Thomas

5)

Bei exakter Auslegung handelt es sich eigentlich nicht um strikt getrennte Ebenen, sondern um Mischformen derselben.

6)

Transient - http://www.duden.de/rechtschreibung/transient

vorübergehend, nicht dauerhaft

7)

„Intrauterine Programmierung von Störungen der Hirnfunktion im späteren Leben“

Matthias Schwab - Arbeitsgruppe «Fetale Hirnentwicklung und Programmierung von Erkrankungen im späteren Leben»

Klinik für Neurologie – Friedrich Schiller Universität Jena

Gynäkologisch - Geburtshilfliche Rundschau 49(1):13-28 · Januar 2009

8)

Pregnancy and labor massage

Field T., Touch Research Institute

Expert Rev Obstet Gynecol. 2010 Mar;5(2):177-181

9)

Cortisol decreases and serotonin and dopamine increases following massage therapy

Int J Neurosci. 2005 Oct; 115(10):1397-413.

Field T., Hernandez-Reif M., Diego M., Schanberg S., Kuhn C.

Touch Research Institutes, University of Miami – School of Medicine

10)

A Preliminary Study of the Effects of Repeated Massage on Hypothalamic–Pituitary–Adrenal and Immune Function in Healthy Individuals: A Study of Mechanisms of Action and Dosage
Mark H. Rapaport, Pamela Schettler, and Catherine Bresee. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. August 2012, 18(8): 789-797. doi:10.1089/acm.2011.0071.

11)

Functions of the nervous System During Prenatal Life, Humphrey, Tryphena (1970)

erschienen in Perinatal Physiology, New York, London

12)

Spektrum der Wissenschaft, 02/2010,“Herzen von Mutter und Fötus im Gleichtakt“