Obgleich eine Massage zu jeder Zeit der Schwangerschaft möglich ist, suchen erfahrungsgemäß mehr als 90% aller schwangeren Frauen das erste Mal eine Massage ab der 20igsten bis 30igsten Schwangerschaftswoche auf, also ab Mitte des zweiten bis zum Beginn des dritten Trimesters. In dieser Zeit steigt das Gewicht des Bauches enorm, und führt zu immer stärkeren, körperlichen Problemen. Schwerpunktmäßig im Lendenwirbel- und Schulterbereich. In der Regel ist ein komfortables Liegen auf dem Bauch in dieser Zeit sowieso nicht mehr möglich. Aber nicht nur der Komfort, sondern vielmehr die Sicherheit ist beim Liegen ein wichtiger Punkt.

Fundierte Kenntnisse bezüglich der veränderten Anatomie und Physiologie in der Schwangerschaft sind Voraussetzung um neben dem Komfort auch eine sichere Lagerung zu gewährleisten. Bestimmte Hormone, die in der Schwangerschaft ausgeschüttet werden (Progesteron und Relaxin), machen das Gewebe flexibler, die Bänder werden elastischer. Dies hat einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Gelenke. Mit der richtigen Lagerung ist es aber möglich einem Überdehnen der Bänder vorzubeugen, und so die Gelenke zu stabilisieren. Gerade der Beckenbereich, und die Region der Lendenwirbelsäule sind in dieser Zeit neuralgische Punkte, welchen besondere Beachtung geschenkt werden muß. 

Ich massiere ausschließlich in der Seitenlage, da die Erfahrung gezeigt hat, dass die Seitenlage den bestmöglichen Kompromiß darstellt. Dabei verwende ich ein spezielles Lagerungssystems eines amerikanischen Herstellers. Es wurde unter Mitarbeit von Carole Osborne, einer Koryphäe auf dem Fachgebiet der Schwangerschaftsmassage, extra für die Lagerung schwangerer Frauen entwickelt. Es handelt sich dabei um ergonomisch geformte Polster, welche an die natürliche Silhoutte des Körpers angepasst sind. Sie bieten einen vortrefflichen Komfort, bei größtmöglicher Sicherheit. Die angesprochenen neuralgischen Punkte des Körpers werden dabei optimal geschützt.

 

Noch ein Tip für zuhause:

Vermeiden Sie es auf dem Rücken zu liegen, da die Vena cava, die untere Hohlvene rechtsseitig durch das Becken verläuft. Durch sie wird das "verbrauchte Blut" von den Organen zum Herzen zurückgeführt. Wenn Sie nun bei fortgeschrittener Schwangerschaft ohne unterstützende Polster auf dem Rücken liegen, kann es durch die Gebärmutter zu einem teilweise, oder vollständigen Abdrücken dieser unteren Hohlvene kommen, der Blutfluss wird behindert. Dies nennt man das sogenannte Vena cava Kompressionssyndrom. Es macht sich durch ein Schwindelgefühl bemerkbar.