Es kommt immer wieder vor, dass meine Kundinnen um Rat nachfragen, oder die eine oder andere Frage geklärt haben möchte. Deshalb hier die häufigsten Fragen, die immer wieder auftauchen. Sollten Sie ebenfalls eine Frage bezüglich Schwangerschaftsmassage haben, dann schreiben sie mir doch einfach unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ich werde sie sehr gerne für Sie beantworten und sie eventuell in diese Rubrik mit aufnehmen. Die Fragen sind als Link ausgelegt. Wenn Sie auf die entsprechende Frage klicken, kommt Sie automatisch zur Beantwortung.

 

1) Massage im ersten Trimester, geht das überhaupt?

2) Massage von Händen und Füssen?

3) Massage des unteren Rückens?

4) Welche Position ist die richtige zu Liegen?

5) Muß ich bei einer Risikoschwangerschaft auf eine Massage verzichten?

 

1) Massage im ersten Trimester, geht das überhaupt?

Jede gesunde schwangere Frau kann zu jeder Zeit eine Massage in Anspruch nehmen. Soweit mir bekannt, gibt es bis heute keinen einzigen dokumentierten Fall, in dem eine Massage einen Abort ausgelöst hätte.

Der Grund, weswegen eine Massage im ersten Trimester oft vermieden wird ist ein gänzlich anderer. Statistisch gesehen, ereignen sich die meisten Aborte im ersten Trimenon. Die Gründe hierfür sind vielfältig, sie können chromosomale Gründe haben, Vorerkrankungen der Mutter, wie etwa Diabetes Mellitus, ausgelöst durch Keime wie Chlamydien oder etwa Hormonprobleme und vieles mehr. Aus diesem Grund vermeidet ein Massagetherapeut natürlich den Vorwurf die Massage sei der Grund für den Abort, wenn er in dieser Zeit von einer Massage absieht. Es sind hier also rein rationale Gründe die gegen eine Massage im ersten Drittel der Schwangerschaft sprechen.

Es gibt natürlich gewisse Kontraindikationen, die gegen eine Massage im ersten Drittel der Schwangerschaft sprechen. So leiden eine Vielzahl der schwangeren Frauen leiden zu Beginn der Schwangerschaft unter der sogenannten Morgenübelkeit, die von Übelkeit und Erbrechen gekennzeichnet ist. Verantwortlich hierfür ist vermutlich das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin). Dieses wird vor allem im ersten Trimenon in der Plazenta gebildet und ist für die Erhaltung der Schwangerschaft mitverantwortlich. In seiner schweren Form wird diese Übelkeit als „Hyperemesis gravidarum“ bezeichnet und macht einen Krankenhausaufenthalt notwendig. Leidet die Schwangere unter Übelkeit und Erbrechen, so ist Massage absolut kontraindiziert.

Wichtig: Sofern Sie eine Massage in Anspruch nehmen möchten, sich aber nicht sicher sind, konsultieren Sie zuerst immer Ihren Gynäkologen und fragen ihn/sie um Rat. Er/sie wird wissen, was für Sie und in Ihrem Gesundheitszustand das Beste ist.

 

2) Massage von Händen und Füssen?

Die Massage einiger Akupunkturpunkte an den Füssen, im unteren Beinbereich und den Händen ist kontraindiziert. In diesen Bereichen sollte daher kein tiefer, andauernder Druck auf das Gewebe ausgeübt werden, d.h. Griffe, wie man sie aus der klassischen schwedischen Massage kennt oder gar Akupressurtechniken verbieten sich an diesen Stelle. Vielmehr ist es hier sinnvoll Grifftechniken der manuellen Lymphdrainage anzuwenden. Diese werden im Gegensatz zu den klassischen Grifftechniken großflächig, langsam und mit wenig Druck ausgeführt. Da viele Frauen, gerade in der fortgeschrittenen Schwangerschaft unter geschwollenen Beinen leiden, eignet sich diese Technik hervoragend um durch das Anregen der Lymphtätigkeit die Beine zu entlasten. Sie wird während der ganzen Schwangerschaft und auch noch bis zu 3 Monate nach der Entbindung empfohlen. Da das Blut schwangerer Frauen leichter dazu neigt zu koagulieren wird bei der Anwendung dieser Form der Massage die Gefahr einer Thrombose vermieden.

 

3) Massage des unteren Rückens?

Leider wird seit einiger Zeit im Internet der Mythos verbreitet, dass der untere Rücken, aufgrund der größeren Mobilität der Gelenke durch die Entspannung der Bänder bei einer Schwangerschaftsmassage ausgespart werden sollte.

Richtig ist, dass im Beckenbereich eine größere Mobilität der Bänder, bedingt durch die Ausschüttung bestimmter Hormone (Relaxin), vorliegt. Gerade deshalb wird die Muskulatur in diesem Bereich besonders beansprucht, da die stabilisierende Wirkung der Bänder nicht mehr 100%ig gewährleistet ist. Verspannungen können die Folge sein. Deshalb sollte gerade der untere Rücken, also der Bereich der Lendenwirbelsäule mit dem Kreuz-Darmbeingelenk massiert werden. Grosse Koryphäen, wie "Carole Osborne" oder "Elaine Stillerman" aus den USA, beides Massagetherapeutinnen für Schwangerschaftsmassage seit mehr als 30 Jahren empfehlen ausdrücklich in Ihren Schriften die Massage des unteren Rückens.

 

4) Welche Position ist die richtige zu Liegen?

Sicherlich schlafen die meisten Frauen auf dem Bauch, und auch für die Rückenmassage ist dies eigentlich die beste Position. Zu empfehlen ist dies aber nur in einer Zeit, in der der Uterus noch klein, und der Bauch damit noch nicht so raumfordernd ist, also während des ersten Trimesters.

Später ist dann ein Liegen auf dem Bauch ohnehin nicht mehr möglich. Für die Schwangerschaftsmassage schließt sich diese Position sogar gänzlich aus, denn beim massieren würde zusätzlicher Druck auf den Bereich der Lendenwirbelsäule ausgübt. Grundsätzlich ergeben sich hieraus die folgenden Probleme:

4.1) Zu starke Belastung des Übergangs der beweglichen LWS und des starren Kreuzbein, sowie des Iliosakralgelenks.

4.2) Das Ligamentum sacrouterinum, welches die Cervix (Gebärmutterhals) mit dem Sacrum (Kreuzbein) verbindet, wird besonders belastet.

4.3) Der intrauterine Druck (Druck in der Gebärmutter) könnte auf ein nicht mehr tolerierbares Maß steigen.

4.4) Bei bestehender Hypersensibilität der Brust wird ein Liegen auf dem Bauch als unangenehm empfunden.

Die Rückenlage scheidet bei fortgeschrittener Schwangerschaft ebenso aus, da hier die Gefahr bestünde die untere Hohlvene zu komprimieren. Dies würde das sogenannte Vena Cava Kompressionssyndrom hervorrufen. Schwindel und Ohnmacht wären die Folge.

Aus den genannten Gründen ist bei fortgeschrittener Schwangerschaft nur die Seitenlage zu empfehlen. Da die meisten Frauen erfahrungsgemäß die Massage erst ab dem zweiten Trimester in Anspruch nehmen, also dann, wenn sich gewisse körperliche Beschwerden, wie Verspannungen manifestieren, massiere ich ausschließlich nur in der Seitenlage. Sie ist die komfortabelste Liegeposition und bietet maximalen Schutz.

 

5) Muß ich bei einer Risikoschwangerschaft auf eine Massage verzichten?

Nicht unbedingt; obgleich Risikoschwangerschaften als eines der Kontraindikationen für eine Schwangerschaftsmassage gelten, ist zu bedenken, dass die einzelnen Risikofaktoren nicht gleich zu bewerten sind.

Manche der Risikofaktoren deuten unter Umständen auf eine unmittelbare Gefahr für die Schwangerschaft hin, wie „uterine Blutungen“ beispielsweise oder eine akute Erkrankung der werdenden Mutter. Dies würde natürlich gegen eine Massage in der Schwangerschaft sprechen.

Andere Faktoren wiederum, wie das Alter der Schwangeren, haben eher eine statistische Relevanz, da man festgestellt hat, dass chromosomale Schäden des Kindes in dieser Altersgruppe gehäuft vorkommen.

Während im ersten Fall, eine eindeutige Kontraindikation vorliegt, die eine Massage verbietet, würde im zweiten Fall nichts gegen eine Massage sprechen. Es ist also im Einzelfall abzuwägen, ob eine Schwangerschaftsmassage möglich und sinnvoll ist. Sprechen Sie mich einfach darauf an. Im Zweifelsfall empfehle ich immer Ihren Gynäkologen um Rat zu fragen.